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Uni oder Fachhochschule? Die Vor- und Nachteile

Uni oder Fachhochschule? Die Vor- und Nachteile

Uni oder Fachhochschule?

Noch immer gelten die Fachhochschulen als die „kleinen Schwestern“ der Universitäten und noch immer halten sich die Gerüchte, dass diejenigen, die „nur“ einen Fachhochschulabschluss haben, weniger verdienen und weniger Anerkennung bekommen. Aber ist das wirklich so? Ist derjenige, der einen Uniabschluss hat, wirklich privilegierter als der Absolvent einer Fachhochschule? Das stimmt nicht so ganz, denn in einigen Branchen ist es durchaus von Vorteil, an einer Fachhochschule studiert zu haben.

Die gängigen Klischees über Fachhochschulen

Auch wer kein Abitur hat, kann an einer Fachhochschule studieren, um an einer Uni zu studieren, muss man hingegen ein Vollabitur vorweisen können. So lautet ein gängiges Klischee, denn schließlich sind Fachhochschulen berufsorientiert, Universitäten legen dagegen mehr Wert auf die wissenschaftliche Arbeit. Das stimmt so nicht, denn rein formell sind beide Formen der Hochschule gleichberechtigt. Heute sind auch die Unis berufsbezogen und wer einen Bachelor in Betriebswirtschaft hat, der besitzt auch die Qualifikation für ein Masterstudium an einer Universität. Dazu kommt, dass man auch ohne Abitur an einer Uni studieren kann, zumindest über Umwege.

Fachhochschulen bieten Vorteile für Praktiker

In Deutschland gibt es 107 Universitäten und 215 Fachhochschulen, also ein klarer Vorteil für die „kleinen Schwestern“. Aber an den 107 Unis sind 1,7 Millionen Studenten eingeschrieben, während es nur knapp 900.000 Fachhochschüler gibt. Alle, die ihren zukünftigen Beruf praktisch angehen möchten, sind an einer FH deutlich besser aufgehoben, denn dort wird in kleinen Gruppen das unterrichtet, was die Schüler für ihren späteren Beruf benötigen. Absolventen von Fachhochschulen haben es deutlich einfacher, ins Berufsleben einzusteigen, allerdings sind unbezahlte Praktika eine der Voraussetzungen, die ein Fachhochschüler leisten müssen.

Auch Fachhochschüler sind bei Unternehmen beliebt

Noch vor einigen Jahren war es denjenigen, die eine Fachhochschule absolviert haben, kaum möglich, bei großen Unternehmen anzukommen, allerdings hat sich das heute grundlegend geändert. Wenn die entsprechende Qualifikation vorliegt, dann haben auch Fachhochschüler eine Chance auf einen gut dotierten Job. Trotzdem zeigt eine aktuelle Studie, dass Uniabsolventen im Schnitt immer noch vier Prozent mehr verdienen, allerdings liegen die Hochschulabsolventen immer noch weit vor den Studenten, die eine private Hochschule besucht haben.

Beim Studium kommt es auf die Branche an

Wie gut oder weniger gut die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für die Studenten einer FH sind, das kommt immer auf die jeweilige Branche an. In einigen Bereichen haben die FH Studenten schon heute einen Vorteil gegenüber den Absolventen einer Universität. In Europa gibt es mittlerweile einen sehr großen Mangel an Fachkräften und das wird denjenigen, die eine Fachhochschule besucht haben, in Zukunft mit Sicherheit helfen, einen adäquaten Job zu finden. Viele Unternehmen sehen in den Studenten einer Fachhochschule ein großes Potenzial, denn sie können das, was sie während des Studiums gelernt haben, schneller in die Praxis umsetzen als die Studenten, die von einer Uni kommen und die in der Regel theoretisch besser ausgebildet sind.

Für wen lohnt sich die FH und für wen die UNI?

Schon heute haben FH Studenten in einigen Bereichen große Vorteile gegenüber den Studenten einer klassischen Universität. Das trifft besonders auf die Werbebranche, das Marketing, die Touristik, die Kultur sowie die Sport- und Hotelindustrie zu. Fachhochschüler sind aber auch in der IT-Branche, in der Feinmechanik und der Medizintechnik gerne gesehen.