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Dispozinsen – Lobbyismus auf Kosten der Verbraucher

Dispozinsen – Lobbyismus auf Kosten der Verbraucher

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Es klingt immer so einfach und verlockend – wer einen kleinen Kredit braucht, der kann bei der Bank auch den kleinen Dienstweg gehen und einfach sein Konto überziehen. Dispositionskredit nennt die Bank diesen kleinen Dienstweg, der dem Kunden schnell und ohne große Umwege zu ein bisschen mehr Geld verhilft. Abzocke nennt das mittlerweile die Kundschaft und hofft auf ein Machtwort der Regierung. Aber sie werden enttäuscht, denn die schwarz-gelbe Regierung hat die Zinsen für den Dispokredit einfach zur Privatsache der Banken gemacht.

Das Schweigen der Minister

Die Zinsen für einen Dispokredit sind schon lange ein Dorn im Auge der Bankkunden. Jeder, der sein Konto überzieht, der wird zur Kasse gebeten und das nicht zu knapp. Bis zu knapp 14% Zinsen verlangen einige Banken, wenn ihre Kunden ihr Konto überziehen, und offenbar geht der Trend immer weiter nach oben. Die Banken verlangen diese Zinsen, ohne dabei rot zu werden und unterstreichen damit ihr ohnehin schon angekratztes Image. Die Bundesregierung will nicht gegen diese Wucherzinsen vorgehen, obwohl sie es könnte und nach der Rechtssprechung auch müsste, denn der Bundesgerichtshof hatte höchstens 9% als rechtmäßig veranschlagt.

Die Vereinbarungen über die Zinsen fallen grundsätzlich in den Bereich der privaten Autonomie der Banken, ein Handlungsbedarf vonseiten des Gesetzgebers bestehe nicht, ließ die Regierung ausrichten. So einfach ist das also, oder doch nicht, denn es entsteht der Eindruck der Vetternwirtschaft, oder wie es heute genannt wird – Lobbyismus. Kunden, denen die Zinsen zu hoch sind, die können nach Ansicht der zuständigen Ministerien ja die Bank wechseln. Aber genau das wird immer schwerer, denn mittlerweile verlangen nicht nur die großen Banken horrende Zinsen für den Dispokredit, die kleinen Banken halten sich ebenfalls schadlos, wie zum Beispiel die Volksbank in Köthen, die satte 14% Zinsen für einen Dispokredit verlangt.

Das Schweigen der Banken

Nicht nur die Bundesregierung hüllt sich in gepflegtes Schweigen, auch viele Banken halten nicht allzu viel von Transparenz. Es wäre zum Beispiel kein Problem, die Banken per Gesetz dazu zu zwingen, im Bezug auf die Dispozinsen die Karte offen auf den Tisch zu legen, sprich einen klaren Aushang gesetzlich zu verankern, aber die Regierung sieht auch hier keine Veranlassung etwas zu unternehmen. Die Banken nutzen das aus und lassen die Zinsen im Kleingedruckten einfach sang- und klanglos verschwinden. Die kleinen Banken und Sparkassen sind im Internet nicht einmal präsent und machen es sich so noch einfacher, ihre Kunden mit den Zinsen über den Tisch zu ziehen. Der Kunde hat es schwer Vergleiche anzustellen, aber genau das müsste er, um zu erfahren, wer noch einen halbwegs fairen Zinssatz bietet. Die Vorwürfe, die Regierung würde die Banken und nicht die Verbraucher schützen, werden immer lauter, aber gleichzeitig wächst auch die Frustration.

Fazit

Wenn es Gesetze gibt, die aber ganz offen umgangen oder sogar komplett ignoriert werden, dann wirft das ein mehr als schlechtes Licht, und das nicht nur auf die Banken.