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Was ist eine Bürgschaft und wie funktioniert sie?

Was ist eine Bürgschaft und wie funktioniert sie?

Frau mit Puppenbein

Immer dann, wenn dringend Geld für eine Anschaffung gebraucht wird, dann ist kein Geld mehr auf dem Konto und auch das Sparbuch ist leer. In dieser Situation kann die Bank mit einem Kredit helfen, aber Banken vergeben ihre Kredite nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit, sie wollen Sicherheiten sehen.

Pech für alle, die keine Sicherheiten haben, sie müssen sich etwas anderes einfallen lassen, um von der Bank einen Kredit zu bekommen. Eine Möglichkeit ist ein Bürge, also ein Freund oder Verwandter, der sich bereit erklärt, für den Kredit zu bürgen.

Was ist eine Bürgschaft?

Nach dem Gesetz ist eine Bürgschaft immer ein einseitiger Vertrag zwischen einem Gläubiger und einem Bürgen. Der Vertrag wird geschlossen, um die Verbindlichkeiten einer dritten Person, in diesem Fall des Hauptschuldners gegenüber dem Gläubiger zu sichern.

In eine leicht verständlichen Form heißt das:

Wenn der Sohn sich bei der Bank eine bestimmte Menge Geld leiht und der Vater als Bürge auftritt, dann ist der Vater für die Rückzahlung des Kredits verantwortlich, wenn der Sohn nicht mehr in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Der Bürge geht immer ein gewisses Risiko ein, denn er muss die Schuldenlast tragen, wenn derjenige, für den er gebürgt hat, ausfällt.

Aber nicht nur wenn es um Kredite bei der Bank geht, ist die Bürgschaft ein Thema, auch wenn es um Warengeschäfte geht, dann kann ein Bürge sehr hilfreich sein. Wenn zum Beispiel Maschinen für ein Unternehmen gekauft werden müssen und der Hersteller dieser Maschinen den Kunden nicht kennt, dann kann er eine Bankbürgschaft verlangen. Das Unternehmen muss in diesem Fall die Bank bitten, für die Summe zu bürgen.

Welche Varianten einer Bürgschaft gibt es?

Eine Bürgschaft gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Die bekannteste Form ist die sogenannte Ausfallbürgschaft.

Immer dann, wenn beim Hauptschuldner kein Geld mehr zu holen ist, dann muss der Bürge einspringen und die Schulden zahlen. Um an sein Geld zu kommen, muss der Gläubiger allerdings zunächst vor Gericht ziehen, und wenn sich bei einem Prozess herausstellt, dass der Hauptschuldner tatsächlich nicht in der Lage ist, seiner Zahlungsverpflichtung nachzukommen, dann muss der Bürge für die Schulden aufkommen.

Eine weitere Form der Bürgschaft ist die sogenannte selbstschuldnerische Bürgschaft mit Einredeverzicht.

In diesem Fall kann auch der Bürge die Tilgung der Schulden verweigern, wenn die Forderung beispielsweise schon verjährt ist oder es einen anderen Grund gibt, der den Bürgen nicht verpflichtet zu zahlen. Banken wählen sehr häufig diese Form der Bürgschaft, wenn sie für einen Kunden bürgen.

Weitere aufschlussreiche Infos zum Thema Bürgschaften gibt es auf der Webseite von Saturn Inkasso.

Was sind sittenwidrige Bürgschaften?

Vor allem wenn es um Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen geht, kommt es nicht selten zu sittenwidrigen Bürgschaften. Die Banken vergeben Kredite an kleine Firmen, die meist vom Eigentümer selbst geführt werden, und die Ehefrauen und Kinder sollen dabei als Bürgen auftreten.

In sehr vielen Fällen ist es aber von Anfang ersichtlich, dass die Familie kein eigenes Einkommen hat und damit auch nicht in der Lage ist, die Schulden als Bürge zu übernehmen. Viele Gerichte haben diese Bürgschaften deshalb als sittenwidrig anerkannt.

Fazit

Eine Bürgschaft kann sehr hilfreich sein, aber wer sich entschließt für etwas zu bürgen, der sollte sich auch über die Risiken im Klaren sein.