close
Alle Infos rund um die Berufshaftpflichtversicherung

Alle Infos rund um die Berufshaftpflichtversicherung

26. August 2019

Manche Berufe haben ein deutlich größeres Haftungsrisiko als andere. Das gilt vor allem in solchen Berufszweigen, bei denen das Risiko eines Vermögensschadens besonders hoch ist. Die Angehörigen dieser Berufsgruppe sind deshalb gesetzlich dazu verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen.

Bei dieser Versicherung wird ausschließlich der Vermögensschaden versichert. Diese Versicherung kann jedoch mit anderen Haftpflichtversicherungen kombiniert werden, wie zum Beispiel einer Betriebshaftpflicht.

Wer muss eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen?

Für die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit müssen Freiberufler oder Selbstständige bestimmter Berufsgruppen eine solche Versicherung abschließen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Ärzte
  • Architekten
  • Steuerberater
  • Rechtsanwälte 
  • Gutachter
  • Übersetzer
  • Ingenieure
  • Treuhänder und andere.

Die Angehörigen anderer Berufe sollten aber auch über den Abschluss einer Haftpflichtversicherung nachdenken. Grundsätzlich kann es in jedem Beruf zu Schäden kommen, bei denen auf die finanziellen Mittel des Verursachers zurückgegriffen wird. In diesem Fall tritt häufig auch die Betriebshaftpflichtversicherung ein.

Vor dem Abschluss einer Haftpflichtversicherung sollte geprüft werden, welche Versicherung nötig. Manchmal ist es zu empfehlen, beide Versicherungen abzuschließen.

Wann übernimmt die Berufshaftpflicht einen Schaden?

Die Leistungen einer Berufshaftpflichtversicherung greifen dann, wenn ein Vermögensschaden oder ein Vermögensfolgeschaden vorliegt. Bei einem Vermögensschaden sind keine Personenschäden oder Sachschäden vorhanden. Wenn das trotzdem der Fall ist, dann handelt es sich um einen Vermögensfolgeschaden, der aus einem vorausgegangenen Ereignis resultiert. In diesem Fall ist die Betriebshaftpflicht zuständig.

Das beste Beispiel ist der Handwerksberuf. Bei Handwerksarbeiten stürzt eine Verkäuferin über ein nicht gekennzeichnetes Hindernis, das im Zuge der Bauarbeiten entstanden ist. Sie fällt mehrere Wochen aus und das Geschäft kann deshalb während der Krankheit nicht weitergeführt werden. Es ist sowohl ein Personenschaden als auch ein Vermögensschaden entstanden, denn das Geschäft konnte aufgrund der Krankheit keine Umsätze erwirtschaften. In diesem Fall tritt die Betriebshaftpflichtversicherung ein.

Ein anderes Beispiel betrifft die Berufshaftpflicht. Wenn ein Rechtsanwalt seinem Mandanten zu einem Prozess rät, dieser aber verloren wird, dann trägt die Berufshaftpflicht des Rechtsanwalts den Vermögensschaden. Außerdem übernimmt die Berufshaftpflichtversicherung auch die Anwaltskosten und die Gerichtskosten. Die Berufshaftpflicht springt deshalb ein, weil der Rechtsanwalt seinen Mandanten nicht richtig beraten hat.

Fazit zur Berufshaftpflichtversicherung

Die Berufshaftpflichtversicherung ist für manche Berufsgruppen gesetzlich vorgeschrieben. Besonders für die Berufe ist das wichtig, die ein hohes finanzielles Risiko tragen müssen, wenn es denn zu einem Schaden kommt. Mediziner, Juristen und Steuerberater sind besonders davon betroffen. Freiberufler und Selbstständige sollten sich ebenfalls absichern, denn Schadensersatzansprüche können den finanziellen Ruin bedeuten. Das gilt auch für Forderungen, die zu Unrecht gestellt wurden.

Bevor es zu einem Versicherungsabschluss kommt, sollte genau geprüft werden, ob eine Betriebshaftpflichtversicherung oder eine Berufshaftpflichtversicherung infrage kommt. Manchmal ist es auch sinnvoll, beide Versicherungen miteinander zu kombinieren. Wenn keine Versicherungspflicht besteht, sollte dennoch eine solche abgeschlossen werden.

Die Deckungssummen spielen dabei eine sehr große Rolle. Diese richten sich nach dem Risiko. Es sollte deshalb immer der größtmögliche Schadensfall versichert werden.